40-Tage-Kampagnen als Gewinn für Gemeinden und Hauskreise

Kai Scheunemann: Klaus, "40 Tage Gott erleben" ist die vierte 40-Tage-Kampagne. Was war die größte geistliche Frucht dieser Aktionen in eurer Gemeinde?

Klaus-Günter Pache: Wir haben damals als eine der ersten Gemeinden, das Pionierprojekt lief ja in Bremen innerhalb der Allianz, die Aktion mitgemacht. Haben Sie für unsere Gemeinde damals auch mit entwickelt, weil damals auch alles ganz neu war. Wir haben ganz intensiv dazu eingeladen und waren überrascht über das Echo, das 80 oder 90 Prozent der Mitglieder und Freunde der Gemeinde mitgemacht hat. Wir haben dann in den Hauskreisen das entscheidende Erlebnis überhaupt gehabt. Wir hatte bis dahin um die 30 Hauskreise – für die Größe der Gemeinde viel zu wenig – und haben viele Versuche unternommen Hauskreisarbeit zu beleben und zu verstärken. Es ist uns nie so besonders gut gelungen. Als die Aktion begann hatten wir 70 Kleingruppen und davon sind als feste angemeldete Hauskreise über 60 geblieben. Wir haben also eine Verdopplung der Hauskreisarbeit erfahren. So ein Ergebnis haben wir in alle den Jahren nicht in irgendeinem Bereich in so kurzer Zeit erreicht. Insoweit war es für uns „das Tool“ überhaupt.

Kai Scheunemann: Scheint ja aber eine lammfromme Gemeinde zu sein, wenn sie sich viermal von ihrem Hirten die Diät vorschreiben lässt. Haben tatsächlich fast alle Hauskreise mitgemacht?

Klaus-Günter Pache: Ich wüsste kaum einen Hauskreis der nicht mitgemacht hätte. Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass der Pastor es ihnen vorgeschrieben hat. Das würde mich bei Bremer Christen sehr wundern. So sind die eigentlich nicht gestrickt. Die überlegen schon sehr genau und haben kritisch nachgefragt. Es war auch nicht so, dass alle freudestrahlend nur darauf gewartet haben, dass jemand aus Amerika ihnen sagt, wie sie ihr Leben zu führen haben. Das war eher kritisch zu vermitteln aber im Letzten waren sie bereit sich auf dieses Experiment einzulassen und das Ergebnis war klasse. So dass dann die nächste und übernächste Aktion nicht schwierig war.

Kai Scheunemann: Woher habt ihr die ganzen Hauskreisleiter gehabt?

Klaus-Günter Pache: Wir haben sie nicht gehabt. Wir mussten dann Hauskreisleiter berufen in dem Sinne, dass wir Gruppen die sich neu gefunden haben.... Einmal haben wir nach der ersten Kampagne sehr drauf geachtet, dass in jedem Hauskreis noch ein Co-Leiter ist. Bei der nächsten Kampagne hat er dann den neuen Kreis übernommen. Davon haben wir viel aufgefangen. Aber vieles ist auch schlicht und ergreifend der Sprung ins kalte Wasser gewesen und wir waren erstaunt, wer alles in der Lage ist einen Hauskreis zu leiten. Gerade auch Menschen, die man überhaupt nicht im Fokus hatte. Dann haben wir eine tolle Mitarbeiterin, die sich ganz dieser Aufgabe verschrieben hatte in unserer Gemeinde und es ist vor allem auch ihr Verdienst, das die Sache sich so gut entwickelt hat.

Kai Scheunemann: Was ist so der Rat an Pastoren die diese Aktion machen wollen und auch damit zu gleichen Ergebnissen kommen wollen, wie ihr: Hauskreise verdoppeln.

Klaus-Günter Pache: Also wir haben inzwischen gemerkt, dass andere Gemeinden überhaupt nicht diese Erfahrungen gemacht haben. Das sie auch längst nicht immer diese Resonanz gefunden haben wie wir. Ich denke, das ist manchmal auch in der Geschichte einer Gemeinde begründet. Wo stehen ich gerade in der geistlichen Entwickelung? Da passte das bei uns auch einfach rein. Ich kenne Gemeinde, da passt das einfach nicht rein. Da sind sie nicht so weit. Da ist das gerade nicht das Thema oder ist überhaupt schwierig Gemeinde zu so etwas gemeinsamem herauszufordern. Es gibt manchmal so Stunden Gottes und ich glaube bei „Leben mit Vision“ war es bei uns eine Stunde Gottes. Dann „Liebe in Aktion“ und auch „3:16“ war mehr so der Nachschlag. Das hatte dann auch längst nicht mehr die gleiche Wirkung. Aber „Leben mit Vision“ war dran und das ging vielen Gemeinden so.

Kai Scheunemann: Würdest du Hauskreisleitern, wo die Gemeinde das nicht macht, trotzdem empfehlen einfach 40-Tage der Stille zu machen. Oder würdest du dann sagen, arbeitet daran, dass die gesamte Gemeinde das macht.

Klaus-Günter Pache: Ich empfand, dass die ganzen Aktionen und das wird sicher auch auf diese wieder zutreffen, so gestrickt sind, dass eigentlich jeder der für eine kleine Gruppe oder eine große Gemeinde verantwortlich ist eine Steilvorlage bekommt, wie er eine gewisse Zeit an einem Thema intensiv arbeiten kann. Ich habe auch die Vorbehalte nicht immer ganz nachvollziehen können, die viele ja hatten. Im Sinne von: „Was kommt da auf mich zu? Wie viel Arbeit...?“ Es ist doch im dem was aufbereitet ist, ideal. Die Pastoren bekommen Predigten, die sie plündern können und dürfen. Die Hauskreise bekommen einen konzipierten Abend und der Teilnehmer bekommt eine Andacht. Was will ich mehr? Vieles, was ich mir sonst mühsam erarbeiten muss für meine Lokalgemeinde bekomme ich hier als Werkzeug präsentiert. Wenn ich das einsetze, kann ich das als Hauskreisleiter in einem kleinsten Kreis machen. Wir haben für 40 Tage ein super Programm. Wir habe ja inzwischen Hauskreise die, weil das so intensiv ist, manchmal eine Lektion oder manchmal sogar alles noch mal von vorne angefangen haben und das was 40 Tage gedauert hat auf ein ganzes Jahr verteilen, weil sie den Eindruck haben „Darüber müssen wir viel intensiver arbeiten.“ Es war doch immer die Frage von Hauskreisen, die an uns herantreten „Was können wir machen?“, „Wie können wir unseren Abend interessant und auch wirkungsvoll gestalten?“ Hier bekommst du etwas, was finde ich, in der vielen Zeit, die wir dann auch über eine Gemeindegeschichte zur Verfügung haben, wirklich ein hilfreiches Tool sein kann.