„GEHT NICHT, GIBT’S NICHT!“

von Kai Scheunemann

„Geht nicht, gibt’s nicht!“ So titelt der Redakteur der Evangelischen Kirchenzeitung, Volker Rahn, seinen Kommentar zu Rick Warrens Kampagne „40 Tage Leben mit Vision“. „Hier lässt sich von der Supermacht tatsächlich etwas lernen: Alles Nützliche wird ohne ideologische Scheuklappen für die eigene Praxis zurechtgezimmert. Das war übrigens auch einmal im ‚alten Europa‘ so. (...) Stellen Sie sich vor, Martin Luther hätte auf den Einbezug der damals revolutionären Technik des Buchdrucks verzichtet und sie als neumodischen Firlefanz abgetan.“

Alle Jahrzehnte wieder schwappen geistliche Bewegungen über das große Meer, und wir Europäer reiben uns verwundert die Augen. So spülte der Atlantik in den 70ern die Hauskreisbewegung, in den 80ern die Gemeindeaufbaubewegung und seit 1993 Willow Creek über den Teich, Bewegungen, die durchweg segensreiche Spuren in unserem Land hinterließen. Allen Bewegungen war gemeinsam, dass sie anfänglich alle mit der uns „Alteuropäern“ eigenen Skepsis begrüßt wurden. „Wir haben hier ganz andere gesellschaftliche und religiöse Vorraussetzungen“, diktierte jüngst ein Pfarrer der Evangelischen Kirchenzeitung ins Mikrofon.

Nicht dass ich die uns eigene Grundskepsis nicht zu schätzen wüsste. Hat doch wohl auch diese Grundhaltung uns „alte Europäer“ vor einem militärischen Abenteuer im Irak bewahrt.

Trotzdem wünschte ich mir in unseren Gemeinden mehr von dieser „Geht nicht, gibt’s nicht!-Mentalität“. Oder sind in den letzten Jahrhunderten mit den Auswanderern auch alle Pionier-Gene in die USA emigriert? Ich jedenfalls habe einfach mal 10 befreundet Paare aus der Nachbarschaft eingeladen, die bislang fast nichts mit Kirche zu tun hatten, diese 40 Tage-Reise mit mir in einer Kleingruppe anzutreten. Fünf haben schon mal zugesagt.

Geht nicht?