Ev. Andreasgemeinde Niederhöchstadt

 

Anke Wiedekind
Geschäftsführende Pastorin

Ev. Andreasgemeinde Niederhöchstadt (EKHN) 
Langer Weg 2
65760 Eschborn

40 Tage „Leben mit Vision“ – was hat die Aktion gebracht?

Eigentlich ist es ein wenig zu früh, um diese Frage zu beantworten. Vor allen Dingen, wenn man langfristige Effekte ausmachen möchte. Doch nun gebietet es die journalistische Aktualität, in dieser ANDREAS-Ausgabe Rückblick zu halten. Also will ich es in aller Vorsicht tun.

Zunächst mal die „harten“ Facts: An der Aktion haben 400 Menschen in 48 Kleingruppen teilgenommen. Das war wesentlich mehr, als wir zu hoffen gewagt hatten. Die Aktion hat tatsächlich die Kerngemeinde weitestgehend miteinbezogen: von den Kindern bis zum Frauenkreis und vor allen Dingen viele, die anfangs eher skeptisch waren, haben sich dennoch bereit erklärt, mitzumachen.

Ziel der Aktion war das Glaubenswachstum. Anhand der 5 Ziele Gottes für unser Leben, die zugleich unsere Gemeindeziele sind, sollte das Leben eines jeden einzelnen Ausrichtung und Sinn bekommen. Um die Aktion besser beurteilen zu können, wurde am Ende ein Fragebogen zur Auswertung verteilt.

Das Lehrstück selbst – das Buch – wurde sehr ambivalent empfunden: „Mir gefällt es gut!“ bis hin zu „Autoritär, evangelikal.“ „Da wird Gott als Erbsenzähler dargestellt.“ reichten die Kommentare. Klar war, dass die Theologie Rick Warrens von unserer deutlich abwich. Um so wichtiger waren die Gottesdienste. Vom ersten Sonntag der Aktion an waren die Gottesdienste deutlich besser besucht - ein Effekt übrigens, der über die Aktion hinausgeht und sich bis heute hält. Die Predigten in dieser Zeit benannten viele als ein Highlight. Genau so wie die Gottesdienste an sich.

Was von fast ausnahmslos allen Teilnehmern als Gewinn erlebt wurde, waren die Kleingruppentreffen. Es hatten sich viele neue Gruppen formiert, die sich in der Kürze der Zeit erstaunlich schnell zusammengefunden hatten - und am Ende der Aktion Feuer gefangen haben und Interesse bekunden, auch weiterhin einer Kleingruppe, Zweier- oder Dreierschaft anzugehören. Und so sind die Hauskreise unserer Gemeinde im neuen Hauskreisjahr von 22 auf 35 angestiegen. Wenn man einen ganz klaren Effekt dieser Aktion benennen möchte, dann liegt er im Wachstum unserer Hauskreise.

35 Hauskreise stehen für etwa 350 Menschen, die sagen: mir ist mein Glaubenswachstum und die persönliche Austausch mit anderen Christen so wichtig, dass ich dafür alle 14 Tage 2 Stunden Zeit investiere und mich auf die Verbindlichkeit eines Hauskreises einlasse. Ich glaube, dass Hauskreise die Zellen des geistlichen Wachstums in unserer Gemeinde sind und bin deswegen sehr froh und dankbar über diese Entwicklung.

Zum Schluss möchte ich noch einen Blick über den Tellerrand werfen: zeitgleich mit der Andreasgemeinde haben 32 Gemeinden aus ganz Deutschland an der Aktion teilgenommen. Am 22. April war das Auswertungstreffen aller Projektleiter in Bremen. Was sich durch die Bank in allen beteiligten Gemeinden ergab, war, dass der Gottesdienstbesuch um 15-25 % und die Kleingruppen in der Anzahl und an Teilnehmern um 60-70 % angestiegen sind.

Und dabei war es egal, ob es sich um eine große Gemeinde wie die unsrige handelt oder um eine kleine Gemeinde mit nur 2 oder 3 Hauskreisen. Für den Herbst soll auf Deutschland erneut eine weitere 40-Tage-Kampagne starten. Dazu haben sich bereits 60 Gemeinden angemeldet. 

Anke Wiedekind
Geschäftsführende Pastorin